Post-Reha Netzwerk: Entwicklung integrativer Dienstleistungspakete für die betriebliche und private Lebenswelt

In dem Projekt wurden die Rahmenbedingungen für ein Gesundheitsnetzwerk zur Verbesserung der rehabilitativen Nachsorge erarbeitet und in der Anwendung erprobt. Im Fokus standen die Krankheitsbilder Schlaganfall, Querschnittslähmung und Extremitätenverlust. Begleitend wurde eine webbasierte Wissensmanagement-Plattform als „Virtueller Lotse“ entwickelt, der die regionale Nachsorge-Infrastruktur in Form eines semantischen Wiki-Systems abbildet, um so Betroffenen und unterstützenden Personen den Zugang zu Nachsorge-Leistungen zu vereinfachen.

Post-Reha Themenkomplexe (Bild)

Schwerpunkte:


  • Ziel war der Aufbau eines regionalen Gesundheitsnetz-werks, das Gesundheitsdienstleitungen (wie Therapie, Pflege, Medikamenten- und Hilfsmittelversorgung, barrierefreie Umbauten und weitere Leistungen zur Teilhabe) interdisziplinär „aus einer Hand“ erbringt. Gleichzeitig wurde eine Verbesserung der Strukturen zur beruflichen Wiedereingliederung angestrebt.
  • Begleitend wurde der Web2.0 -Virtuelle Lotse entwickelt, der eine Wissensdatenbank über regionale Nachsor-gestrukturen zur Verfügung stellt und Stakeholdern (Betroffenen, Unterstützenden, öffentlichen Stellen usw.) die Möglichkeit bietet, aktiv an der Weiterentwicklung der Wissensbasis mitzuwirken.


Überblick über die wichtigsten Ergebnisse:


  • Das Angebot von interdisziplinären Gesundheitsdienstleis-tungen durch ein kooperativ agierendes Netzwerk wird grundsätzlich von allen an der Rehabilitationskette beteiligten Akteuren begrüßt (Betroffene, Angehörige, Selbsthilfe, Kostenträger usw.)
  • Die Erprobung der integrierten Gesundheitsdienstleistun-gen durch das privatwirtschaftliche Modellnetzwerk zeigt jedoch, dass sie i. d. R. nicht kostendeckend erbracht werden können.
  • Die Positionierung als privatwirtschaftliches Gesundheitsnetzwerk wird weiterhin durch verschiedene Faktoren erschwert, wie u. a. durch rechtliche und versicherungstechnische Restriktionen bei der gemeinsamen Rechnungsstellung, Hemmnisse durch lange gewachsene Strukturen im regionalen Gesundheitswesen und so weiter.
  • Der Virtuelle Lotse wurde von allen an der Nachsorge beteiligten Akteuren als höchst wertvolles Instrument bewertet. Er wurde nach den Prinzipien des „Creative Design for Inclusion“ als semantisches Wiki entwickelt und um eine Visualisierung der Beziehungen zwischen den Einträgen in die Wissensdatenbank ergänzt.